Linux auf dem Nettop Asus Eee B202 installieren

Die Eee-box B202 von gibt es wahlweise mit Windows XP oder Linux. Das vorinstallierte Linux ist allerdings Geschmacksache und musste bei mir innerhalb kürzester Zeit weichen. Das Problem bei einer Neuinstallation ist weniger, eine passende Linux-Distribution zu finden, als diese – mangels DVD-Laufwerk – mittels USB-Stick auf den Rechner zu verfrachten.

Eeebuntu

Eine passende Linux Distribution ist schnell gefunden: Auf www.eeebuntu.org findet man eine angepasste Version des (momentan) aktuellsten Ubuntu-Linux. Der wesentlichste Unterschied zum original ist ein spezieller Kernel (www.array.org/ubuntu), der alle für die Eee-box benötigten Treiber mitbringt.

Stolperfallen

Auf dieser Seite möchte ich keine Schritt-für-Schritt-Anleitung geben, sondern lediglich einige Probleme erwähnen, und wie man sie umschifft.
Zur Installation von Eeebuntu benötigt man einen USB-Stick (oder ein anderes USB-Wechselmedium) mit mindestens 1GB Speicherplatz, eine knapp 860MB großes Installations-Iso-Datei von www.eeebuntu.org und das Script isotostick.sh, welches alle notwendigen Dateien auf den USB-Stick kopiert und ihn boot-fähig macht. Dieses Script konnte ich leider nicht auf der Eeebuntu-Seite finden. Eine ältere Version wird wird auf der Ubuntu-Seite erwähnt (http://www.startx.ro/sugar/, eine neuere konnte ich mittels Google auftreiben.
Des weiteren werden syslinux (oder evtl. extlinux) und unter Umständen ein Partitionierungsprogramm (fdisk, gparted o.ä.) benötigt. syslinux muss man evtl. nachinstallieren.

Und dann begannen die ersten Probleme: isotostick.sh lief nicht auf meiner SuSE installation, weil eine benötigte Datei in einem anderen Verzeichnis lag (/usr/share/syslinux/mbr.bin statt /usr/lib/syslinux/mbr.bin. Die entsprechende Zeile ist in isotostick.sh jedoch leicht gefunden und geändert.

Später musste ich noch lernen, dass es bei der Verwendung des Dateisystems ext2 auf dem USB-Stick Probleme gibt, auch wenn ext2 ausdrücklich empfohlen wurde. Ursache ist, dass syslinux Probleme mit ext2 hatte. Das neuere isotostick Script versuchte deshalb, auf einem ext2-Dateisystem extlinux statt syslinux zu verwenden, was aber ebenfalls fehl schlug. Nachdem ich den Stick wieder mit vfat formatiert hatte, hat syslinux problemlos funktioniert.

Das nächste Problem, war die EEE-Box zum Booten von meinem USB-Stick zu übereden.

Booten vom Stick und das BIOS setup

USB-Sticks melden sich – je nach Typ – entweder als “Removable Drive” oder “Hard drive” an. In ersterem Fall sollte das Booten vom USB-Stick ohne weitere Einstellungen funktionieren. In zweiten Fall wird der Stick lediglich als weitere Festplatte #2 betrachtet, und nach wie vor von Festplatte #1 gebootet. Hier ist also Handarbeit angesagt.

Auf welche Art sich der USB-Stick anmeldet erfährt man im BIOS. Auf der Boot-Seite lautet der zweite Eintrag in der Liste entweder “Removable Drives” …

Setup für removable media

Boot-Seite im BIOS für einen USB-Stick der sich als ‘removable drive’ anmeldet.

oder “Hard disk drives”:

Setup für hard driver

Boot-Seite im BIOS für einen USB-Stick der sich als ‘hard disk drive’ anmeldet.

In letzterem Fall wird unter “Boot device Priority” als erster Eintrag “USB:Generic-Multi” angezeigt, dies hat mit dem Stick aber offenbar nichts zu tun. Der zweite Eintrag listet ein nicht vorhandenes CD-Rom und der dritte die interne Festplatte. Dies behebt man, indem von der “Boot”-Seite auf die “Hard disk drives”-Seite wechselt. Auf dieser Seite sollte als “2nd Drive” der USB-Stick erscheinen, den man mittels ‘+’-Taste zum “1st Drive” macht. Danach sollte das Booten problemlos klappen.

Hat man diese Hürden überwunden, ist die eigentlich Installation eine wahre Freude. Und auch die eher etwas kritischen Funktionen wie WLAN und der optische SPDIF-Ausgang funktionieren danach auf Anhieb.

Viel Spaß!

Edit:
Bevor der optische SPDIF-Ausgang tatsächlich Daten ausgibt, muss man ihn explizit aktivieren: Um den normalen Stereo-Ton auszugeben führt man in einer Konsole ‘alsamixer -Dhw’ aus, selektiert IEC958 und drückt ‘M’, falls als Status ‘MM’ (muted) angezeigt wird. Um den 5-Kanal-Ton eines Videos auszugeben, wählt man z.B. im VLC media player im Menü Audio/Audio Device ‘A/52 over S/PDIF’ aus.

 

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