Vier bewährte Wandbaustoffe im Vergleich

Mit Poroton, Porenbeton, Bimsstein oder Kalksandsteinen werden seit vielen Jahren erfolgreich Mauerwerke erstellt. Doch welcher ist für Ihr Bauvorhaben am besten geeignet?
Dieser Artikel soll die Eigenschaften der vier genannten Baustoffe etwas beleuchten.

Poroton

Poroton HochlochziegelMauerziegel (Handelsname: Poroton) bestehen aus Ton, Lehm, Sand und Porosierungsstoffen (z.B. Sägespäne). Die Ziegel werden zunächst bei Temperaturen unter 100°C getrocknet und anschließend bei ca. 1000°C gebrannt.

Porotonziegel können entweder als Blockziegel mit Leichtmörtel oder als Planziegel mit Dünnbettmörtel vermauert werden. Da das Dickbettverfahren mit Leichtmörtel einige Nachteile bietet, sollten heute nur noch Planziegel eingesetzt werden (siehe dazu die Webseite von Josef Thalhammer).

Seit einigen Jahren sind Porotonziegel mit Perlitfüllung auf dem Markt (z.B. T9 von Schlagmann). Im Vergleich zu herkömmlichen Hochlochziegeln bieten diese eine bessere Wärmedämmung sowie einen höheren Brand- und Schallschutz.

Wände aus Hochlochziegeln ohne Füllung haben in vertikaler Richtung eine höhere Wärmeleitfähigkeit, insbesondere wenn sie mit herkömmlichen Dünnbettmörtel vermauert wurden, der die Löcher nicht zuverlässig verschließt (Konvektion!). Das V-Plus System von Schlagmann verhindert dies, indem ein Glasfasergewebe in die Mörtelschicht eingebunden wird.

Ungefüllte Hochlochziegel mit niedriger Wärmeleitfähigkeit bieten nur einen eingeschränkten Brandschutz.

Porenbeton

Porenbeton PlanblockPorenbeton (Handelsname: Ytong und andere) wird aus Sand, Kalk, Zement, Wasser und Aluminiumpulver (Treibmittel) hergestellt. Nach dem Zuschnitt werden die Rohlinge unter Wasserdampf bei 200 °C gehärtet.

Porenbeton(plan)steine werden ebenfalls mit Dünnbettmörtel verarbeitet. Die Steine lassen sich leicht bearbeiten (sägen) und werden von vielen Selbstbauern geschätzt.

Bimsstein

Bims ist ein poröses Vulkangestein, welches wegen seiner Poren eine geringe Wärmeleitfähigkeit hat. Zusammen mit Zement und anderen Zuschlägen werden daraus Voll- oder Hohlblocksteine hergestellt. Auch hier sind Perlite-gefüllte Varianten erhältlich, die beste Dämmwerte aufweisen (λ = 0,09 W/mK).

Der Primärenergiebedarf ist vergleichsweise gering, weil Brenn- oder Trocknungsprozesse entfallen. Der Rohstoff Bims wird zum Teil Importiert, zum Teil aber auch in Deutschland im Tagebau abgebaut, was für kürzere Transportwege sorgt.

Je nach Herkunft kann das vulkanische Ausgangsmaterial Bims radioaktive Stoffe enthalten. Bimssteine können außerdem mehr Wasser aufnehmen als Ziegel und müssen deshalb länger trocken geheizt werden.

Kalksandstein

KalksandsteinKalksandsteine (KS) bestehen lediglich aus Kalk und Sand. Sie werden bei 200°C unter Dampfdruck gehärtet. Wegen des fehlenden Treibmittels sind diese Steine sehr schwer, stabil und besitzen eine sehr große Wärmeleitfähigkeit.

Während sich Porenbeton und Poroton in ihren Eigenschaften recht ähnlich sind (leichte Steine mit guter Wärmedämmung), fallen Kalksandsteine aus der Reihe: Sie sind schwer und dämmen praktisch nicht. Wer damit Außenwände errichtet, muss eine zusätzliche Wärmedämmung (Vollwärmeschutz) aufbringen. Trotz des Vollwärmeschutzes, der mindestens 10 cm zusätzlich aufträgt, können mit Kalksandsteinen die dünnsten Wände realisiert werden (bei gleicher Wärmedämmung und Belastbarkeit).

Ein besonderes Augenmerk muss der Planer auf Wärmebrücken richten: Wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit stellen sämtliche Bauteilanschlüsse, z.B. Wand/Bodenplatte, eine Wärmebrücke dar, die besondere Maßnahmen, z.B. Kimmsteine, erfordern.

Resourcenverbrauch bei der Herstellung

Alle Hersteller betonen, dass sie großen Wert auf Ökologie und sparsamen Resourcenverbrauch bei der Herstellung achten. Trotzdem fallen einige Unterschiede auf: Poroton wird bei sehr hohen Temperaturen gebrannt (hoher Energieverbrauch), Kalksandsteine kommen ganz ohne Treibmittel aus und Porenbeton benötigt gar Aluminium, für dessen Herstellung große Energiemengen benötigt werden. Allerdings betont Xella, für die Herstellung der Ytong-Steine recyceltes Aluminium zu verwenden.

U-Werte für eine 30er Wand (Beispiele)

Baustoff U (W/m2K) σ0 (MN/m2)
Poroton T9, 300 mm, Rohdichte: 0,65
(Perlite gefüllt)
0,28 0,7
Poroton T14V+ 300 mm, Rohdichte: 0,7 0,42 1,2
 
Ytong, 300 mm, Rohdichte: 0,35 0,28 0,6
Ytong, 300 mm, Rohdichte: 0,5 0,36 1,0
 
Bimsstein, 300 mm, Rohdichte: 0,45
(Perlite gefüllt)
0,28 0,5
 
KS 175 mm Steinfestigkeitsklasse 20
(mit 120 mm Dämmung WLG030)
0,27 3,2

Der U-Wert ist ein Maß für die Wärmedämmung der Wand. Je kleiner, desto besser. Siehe auch So berechnen Sie Ihre Wärmedämmung.

σ0 bezeichnet den “Grundwert der zulässigen Mauerwerksdruckspannung”. Je größer, desto besser. Dieser Wert bezieht sich auf einen Quadratmeter Mauerwerk. Die Belastbarkeit von einem Meter Wand erhält man, indem man σ0 mit der Wanddicke multipliziert.

Quellen

Schlagmann (Poroton)
Thermoplan (Poroton)
Wienerberger (Poroton)
Xella (Porenbeton und Kalksandsteine)
AG für Steinindustrie (Bimsstein)
Kalksandsteine

 

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